Samstag, Oktober 14, 2017

PNG (18) Fergusson Island

Heute stinkts gewaltig. Nein, nicht mir.
Weder singsing, toktok noch shopshop stehen auf dem Programm: nein, heute gehts um "DeiDei". Nach einem schweisstreibenden Marsch haben wir das Ziel erreicht. Die mitgereisten Geologen flippen beinahe aus: Geysire sind es, die sie verzücken lassen. Aus stinkenden Schlunden geifern schweflige Schwaden, die Pforten zur Hölle stehen weit offen. Ein Tritt auf die falsche Stelle und man würde direkt in die Klauen Luzifers fallen.
Die Einheimischen nutzen die heissen Quellen als Riesenkochtopf: Ob "Boeuf bouilli" (eher nicht), Kartoffeln (eher schon) oder Eintopf mit Flughund (eher selten): hier braucht man keinen Steamer.
Fällt jemand in eines dieser Höllenlöcher, so nennt man dies in der einheimischen Sprache "Krank- man gone, isse weg-man" oder kurz "weg-weg".
Gsell taucht wieder. Heute mit einer Vortaucherin namens Queen Victoria. Baby-Tauchen für Anfänger. Die Kindergärtnerin ist derart aufgeregt, dass sie nach wenigen Minuten ihren Tank leergesoffen hat. Aber was solls: schee woars ...

PNG (17) Tufi / Gsell taucht ab

Auf dem Schiff befinden sich etwas mehr als 80 Reisende. Nur gerade 5 davon tauchen. Müsste doch einfach sein - ist es aber nicht! Ein neuseeländischer Divemaster muss die Tauchgänge organisieren.
Ich denke, dass ich gerne mit ihm tauchen würde, allerdings nicht auf der "Discoverer". Alles ist überreguliert,  preussisch organisiert. Ein Widerspruch an sich, befinden wir uns doch auf einem Schiff das einem Italiener gehört (tauchen ohne Limit), der in Monaco residiert (Geld ohne Limit) und das Schiffchen in Nassau (Bankgeheimnis ohne Limit) registriert hat. Aber eben, Nassau liegt auf den Bahamas, nur einen Katzensprung von "Trumpistan" entfernt... und dort warten täglich Millionen von Anwälten auf eine Sammelklage.

Eine kurze Zusammenfassung für die tauchenden Leser: Herzige Fischlein auf herzigen Korällchen.   Jöööööööh....

Heute Abend ein zünftiges Stück Fleisch  vom "Hot Stone". Unser Dampfer war vor unserer Reise in Kobe (Japan). Die Erwartungen sind also ziemlich hoch.

Das Lied des Tages: "Oh sole mio", gesungen von Caterina Valente. Dazu ein Kapitel aus dem Buch "The Blue of Capricorn" von John Burdike.

Das Wort des Tages:
"Krankman" nennt man in der Sprache Papua-Neuguineas ("Tok Pisin") einen Geisteskranken ..

Buona notte tutti ....und bis bald
Hape und Monika

Freitag, Oktober 13, 2017

PNG (17) Tufi Pix

Mein Blog mag meine Fotos heute wieder nicht ... Nach Ende der Reise werde ich sie auf einer Fotoseite veröffentlichen ... Infos dazu später ...

PNG (17) Tufi

Der Morgen ist angebrochen. Eine Phrase die es so nicht geben dürfte: Hier wird NICHT erbrochen! Die See, das Meer- wie immer man es nennen mag - ist von einer seidenen Glätte; nicht die kleinste Welle stört das Auge, die Sinne. Das Schiff gleitet durchs blaue Wasser, die Sonne küsst den neuen Tag ...

Wir ankern vor Tufi, uns erwartet ein Tag wie kein anderer. Der Empfang ist überwältigend! Wer gedacht hatte, es erwarte ihn ein langweiliger Inselbesuch, wurde masslos - jedoch nicht lautlos - enttäuscht.
Laut schreiend stürzen herrlich-grauslig bemalte Krieger aus dem Busch, ein simulierter Angriff mit langen Speeren, lautes Kriegsgeheul ertönt: Tufi tanzt!
Und Monika fotografiert. Mit einer Polaroid Kamera macht sie Aufnahmen von fröhlichen Kindern. Die Sofort-Bilder werden dem Chief übergeben der sie später verteilt. Ein "Heidenspass", auch wenn die Menschen schon längst von Missionaren getauft worden sind ...
Der Inselpolizist nähert sich und bietet mir Marihuana an ... ich offeriere ihm einen Cigarillo.
Treffe auf einen amerikanischen Historiker und Schriftsteller der in der Gegend wohnt. Leider ist die Zeit zu kurz, Gsell geht heute wieder tauchen. Bis später ...

PNG (16) Tami Islands

La Pizza

PNG (16) Tami Islands

Die "Discoverer" ankert vor den Tami Inseln, vier kleinen Koralleninseln östlich der Huon-Halbinsel. Gegenüber liegt das Kap Cretin und das ehemalige Kaiser-Wilhelms-Land. Gsell (wasserscheu, da Taucher), bleibt auf dem Dampfer, Monika aber setzt mit dem Gummiboot auf die Insel rüber. Kaum an Land, hört der Regen auf, die Sonne drückt  .. Temperaturen von über 30 Grad, Luftfeuchtigkeit 100 Grad und die komplette Bevölkerung erwarten sie.
Ich sortiere mich durch die Fotos ... Tausende werdens wohl bereits sein ...
Am Abend eine Pizza an Bord unter freiem Himmel, dazu eine Guttere Rosso, perfetto. Die Sonne ist schon längst untergegangen, das Schiff fährt Richtung Tufi.

Zum Schluss noch ein paar Sprachfetzen aus Papua Neuguinea:
Haus sick = Krankenhaus
Haus buk = Bibliothek
Speisesima = Speisezimmer

... und auch heute wieder ein Lied zum Text:
"Singin' in the rain  ...."  in der Version von Gene Kelly (nein, hat nichts mit der gleichnamigen Familie zu tun)

Stay tuned!
HP und Monika

Donnerstag, Oktober 12, 2017

PNG (15) Madang / über Wasser

Gsell taucht, Monika geht "shoppen". Das Angebot in down-town Madang ist allerdings bescheiden. Die Markthalle jedoch ist gut bestückt: Gemüse und Früchte in Hülle und Fülle, wuslige Geschäftigkeit, farbenfroh und voller geheimnisvoller Düfte. Sauber und schön präsentiert - da könnten sich manch' Schweizer Comestible-Händler eine Scheibe abschneiden. Matterhörner aus Kartoffeln erheben sich gen Himmel, die "Rüebli fürs Büebli" sind hübsch gebüschelt. Die Fisch-Abteilung kann ich nicht beurteilen: Monika umgeht solche Auslagen wegen der erwarteten Geruchsattacken grossräumig.

Zu sehen gabs ein Monument zu Ehren der einheimischen "Coast-Watcher" (WW2), ein Sing-sing mit Tok-tok in Bil-bil und eine schattige,  preussische Prachtsstrasse. Schattig wie die Erinnerungen an Kaiser Wilhelms Kolonialpolitik ..
Bis morgen .... auf Tami-Island ..
HP und Monika

PNG (15) Madang / unter Wasser

Der Titel dieses Posts könnte irreführend sein: Weder steht die Stadt Madang unter Wasser noch handelt es sich um eine Schwesterstadt von Unterwasser, dem weltberühmten Skiort im Toggenburg.
Nein, heute geht Gsell unter Wasser. Friedrich-Wilhelmshafen hiess der Ort früher ... Weshalb das so ist, und warum die Menschen hier Hans, Georg oder Gerhard heissen? Für Erklärungen reicht der Platz hier leider nicht aus ...  Ein Bilck zurück in die deutsche Kolonialgeschichte hilft vielleicht weiter.

Was aber gibts zum Tauchen zu sagen? Da schweigt des Sängers Höflichkeit .. ein absichtlich versenkter Kutter (zum vergessen), ein Flugzeugwrack (hmmm), ein Motorenschaden am Tauchboot. Etwa zur gleichen Zeit Motorenpanne beim Ausflug in die Mangrovensümpfe ...
Monika hatte eindeutig einen interessanteren Tag ...

Dienstag, Oktober 10, 2017

PNG (14) Sepik River / Kopar Village

Unser Dampfer hat das Mündungsgebiet des Sepik River erreicht. Das grösste Flussgebiet von Papua Guinea. Hunderte von Stämmen leben in diesem riesigen Gebiet, hunderte von Sprachen und Dialekten werden gesprochen - und meist nicht verstanden. Sogar die Hunde "sprechen " seltsam: Sie können nicht bellen, sie jaulen sich nur an. Vielleicht wegen der vielen Krokodile, die überall im brackigen Wasser auf der Lauer liegen ...
Wir ankern vor dem Dorf Kopar. Ein grosses Sing-Sing wird veranstaltet: ein Mix aus Brünig- Schwinget,  Eidgenössischem Jodlerfest, "Lets dance" sowie der Emmentaler Liebhaberbühne: einfach farbiger, lauter und unbeschwerter.
Die Polizei ist vor Ort: Manchmal sollen die Feste auch ausufern ...
Wir aber werden wieder verladen, das Schiff wendet um 180 Grad und wir "reiten" auf sanften Wellen in denSonnenuntergang nächstes Ziel: Madang.

PNG (13) Karau / Murik Lakes

Auf der Fahrt zum Mündungsgebiet des Sepik River Zwischenstopp bei den Murik Lakes. Delfine begleiten uns, die ersten Kanus mit Eingeborern werden gesichtet.
"Zehn kleine Gummiboote
fahren über die Seen,
angekommen jedoch sind
nur noch etwa zehn."
An dieses abstruse Gedicht musste ich denken, als sich unsere Karawane dem Dorf Karau näherte. Grosses Sing-Sing, Begrüssung durch Namba-One (Nr 1 = Chef), Geschenkübergabe durch HP (Namba-One) und Monika an den Chief,  der erst vom lokalen Tourismus-Minister aufgeklärt werden musste, um was es eigentlich ging. Aber "schee woars"!
Und schon wieder wird der Anker gelichtet, nach 3 Stunden erreichen wir das Dorf Kopar am Sepik River. Dazu später mehr ....

Montag, Oktober 09, 2017

PNG (12) Vanimo

Das Schiff ankert in der Bucht von Vanimo. Das Wetter scheint perfekt für einen ersten Landgang. Die "Mannen und Frouen" der Einwanderungsbehörde sind bereits an Bord und kontrollieren, was es zu kontrollieren gibt.
Mit Schlauchbooten gehts an die Küste; links und rechts liegen, akkurat aufgeschichtet, Tausende von Baumstämmen für den Export bereit, sie werden auf chinesische Schiffe verladen. Und so gehen auch noch die letzten Tropenhölzer dahin... um als Fussböden zu enden .... auf denen wir später beim Small-talk über die Abholzung der Regenwälder lästern werden.
Der Empfang durch die Bevölkerung in Vanimo war überwältigend, voller Emotionen, Lebensfreude pur!
Es werden zwischen 400 und 600 (!)  Menschen gewesen sein, die für uns (84) gesungen, getanzt und gelacht haben.  Fröhliche Kinder umringen uns, möchten fotografiert werden. Ein älterer Herr erklärt mir die Welt der Bäume, eine Lady mit gekraustem, schwarzem Haar zeigt  auf eine Kopfbedeckung aus Federn. Zum Glück stammt der Federschmuck nicht von einem Paradiesvogel, sondern vom letzten Suppenhuhn ...
Kurz nach Mittag sind wir wieder zurück auf unserm Dampfer. Der Champagner ist kalt, der Pool gefüllt (Wasser), wir hören uns gscheite Vorträge von gscheiten Menschen an. Das Schiff nimmt Kurs auf die Flussmündung des Sepik River.

Musik zum Text: "Sailing" von Rod Stewart.
Das Buch des Tages: "Reise um die Welt" von Mark Twain. Dazu ein "Beck's" und gute Laune!
Cheers!
Hape und Monika

Samstag, Oktober 07, 2017

PNG (11) mehr Meer ..

Gestern Abend erste Lesung als Autor des Buches "Immer wieder Fernweh". Und dies an Bord der SILVER DISCOVERER! Anwesend ist die ganze Reisegruppe (zwangsweise), die Kapitänin (freiwillig), ein Professore (weiss-ich-nicht... ), ein Expeditionsleiter (vermutlich unfreiwillig), der letzte verbliebene Buchhändler von den Osterinseln (Hamburger - schwer einschätzbar), ein Reiseleiter aus Frasnacht (kein Tippfehler) und ein paar philippinische Kellner. Dazu Champagner, Häppli und Sonnenuntergang.

Schwester Monika musste bereits wieder zu Skalpell und Pinzette greifen und mir ein eingewachsenes Barthaar heraus reissen. Die Dinger wachsen wie sie wollen! Da wird auch der Wechsel von der nördlichen in die südliche Hemisphäre nichts nützen. Gegen 14.00 Uhr werden wir nämlich den Aequator überqueren. Vielleicht werden sie (die Haare) anschliessend nordwärts wachsen.

P.S. Eigentlich wurde ich Autor, weil  ich kein Redner bin. Das war eine grobe  Fehleinschätzung: Jetzt BIN ich Autor und MUSS reden.

Werde mal Anlauf holen, keine Ahnung wie hoch der Aequator ist ... 

(Der Song des Tages: Gente di mare, gesungen von Umberto Tozzi)

PNG (9) Bilder

... aus technischen Gründen hier das Foto zum Beitrag ...

Freitag, Oktober 06, 2017

PNG (9) Ein Bier aus Stein

Fredi, der Schweizer Braumeister der einzigen Hausbrauerei Mikronesiens, braut tatsächlich ein gut schmeckendes und tropentaugliches Bier. Wir sitzen an der Bar des Manta Ray Bay Hotels auf der Insel Yap. Monika hat schon die halbe Bevölkerung begrüsst, man kennt sich eben ... Ich habe mit Mantas, Haien und Willie, dem "alten" Schwerenöter und Navigator getaucht, getratscht und einen Stumpen geraucht. Passende Musik dazu: "What a wonderfull world",  gesungen von Louis Armstrong.
Spannende Begegnungen an der Bar: Wir lernen Richard und seine charmante Begleiterin kennen. Er ist Schadenexperte für Schiffsunfälle, sie arbeitet in einer Anwaltskanzlei, die sich mit Schiffen und ihren Nöten auseinandersetzt. Waren vor vielen Jahren auch im "Thofinn case" dabei, später mit der "Truk Siren" und vor einigen Monaten mit der "Truk Master".
Die Inselbevölkerung zeigt was sie am besten kann: tanzen, singen und zwischendurch ausruhen. In der prallen Sonne zu tanzen ist ziemlich schweisstreibend! Yap ist die Insel des Steingeldes. Mehr Infos dazu in meinem Buch "Ikefang und Gutgenug".

PNG (10) Heute Meer

Während 2 Tagen sind wir auf hoher See. Diese See ist natürlich ein Meer. "Hoh" scheint es mir nicht zu sein, es liegt auf Meereshöhe. Seemannssprache ist  gewöhnungsbedürftig! Während des "Captains Dinner" sassen wir mit dem "Financial Officer" am Tisch. Früher nannte man diesen Mann Purser oder Zahlmeister. Und sie stammten aus Bremen oder Hamburg und nicht aus Trüllikon. Der Captain ist auch kein Kapitän sondern eine Kapitänin, heisst Maggie Ettlin und stammt aus der Schweiz. Da es dort kein Meer, jedoch viele Seen gibt, ist das Meer möglicherweise doch ein oder eine See.
Wir entfernen uns täglich mehr aus dem Zielgebiet des nordkoreanischen Raketenbastlers und aus dem Wirkungskreis des amerikanischen Twitterers: die politische Situation an Bord ist ruhig. Nächster Halt: Vanimo, Papua Neuguinea. Frau Thüt bereitet sich schon mal auf den Besuch bei den vermeintlichen Kannibalen vor. Dazu später mehr .. Das passende Lied zu diesem Eintrag: "100 Mann und ein Befehl" von Freddie Quinn, anschliessend "Ein Schiff wird kommen", gehaucht und gegurgelt von Paul Kuhn...

.... ein Wolkenschiff kommt geflogen ...


Donnerstag, Oktober 05, 2017

PNG (8) Abbufyap

Freitag, 6.Oktober, 5.30 am: abbufyap - oder: Auf nach Yap! Heute geht die Post ab. Noch hält sich die Sonne hinter dem Horizont versteckt. Die ersten Lichter von Colonia, der Hauptstadt des Inselstaates Yap, sind zu sehen. Heute werden wir unser eigenes Programm durchziehen. Bill hat uns versprochen, die alte Kanone zu laden und zum Empfang einen Böller abzuschiessen ... Ich werde mit den Mantas tauchen, Monika mit den Yapern tanzen. Später werden wir uns ein wenig ausruhen, im seichwarmem Wasser schwimmen und ab und zu was trinken.
HAm Abend Captains Dinner ... dazu, und zur Frage, wer denn eigentlich unsern Dampfer über den Marianengraben steuern wird, später mehr.
Please stay connected ....
H

PNG (7) Ngulu-Island - Fermata

Heute Mittag haben wir einen Sandhaufen namens Ngulu geentert. Die Schnorchler schnorchelten (Monika), die Taucher tauchten (Hape), die Lahmen lahmten (?), die andern süffelten Prosecco. Ein Tauchgang wie er in Mikronesien zu erwarten war: Riffs teilweise vom letzten Taifun zerstört, ansonsten ein paar Weissspitzenhaie (aiai), Rifffische, Mördermuscheln (oioioi). 29 C über und unter Wasser. (Bier 6 C). Sitze auf Deck 6 bei Bier und Cigarillo und beobachte wie die - nicht knallroten - Gummiboote von Ngulu zurückkehren.
Und auch das noch: Die Taucher mussten auf dem Gummiboot (Typenbezeicnung Zodiac Mach 6, getauft auf den Namen Kontiki (vom Winde verweht?), SCHWIMMWESTEN tragen. Ich wiederhole gerne: SCHWIMMWESTE. Für Nichttaucher: Eine Weste (man nennt sie zwar anders) gehört zur Grundausrüstung eines Tauchers. Man geht also auf diesem Schiff, das einem Venezianer mit Wohnort Monaco gehört, davon aus, dass Taucher fehlerhafte Ausrüstungen haben, prinzipiell NICHT schwimmen können und auch sonst doof sind.
Aber eben: Hinter jedem Matrosehirn (so heisst eine Korallenart) lauert ein amerikanischer Anwalt ...
Bald kommt Monika zurück von ihrem Schnorchelausflug. Vielleicht hat sie noch was Gscheits zu berichten. Immerhin hat sie, kurz vor der Passage durch das Riff, bereits Dutzende von Delfine gesichtet ... .
Bis später ...
Hape

PNG (6) PALAU - AHOI!

.... natürlich werden wir an Bord der  Silver Discoverer und nicht an Bord irgendwelcher "Explorer" gehen. Ob die Verwechslung wohl auf die tropische Wirkung des Weissweins zurückzuführen ist? (Chardonnay Jacobs Creek - Kommentare zum Thema Wein sind nicht erwünscht.)
Sigswieswell - der Dampfer ist gestern Abend vor unserm Hotel vorbei gefahren, und die Köche hatten genügend Zeit, die Kombüse zu füllen.

Jaaaa! Und wie sie den Dampfer gefüllt haben. Zur Begrüssung gabs Champagner, der Prosecco war (und immer noch ist) ... Häpplis, die Amuse bouche waren und einen Regenbogen, der echt war. 
Der Dampfer hat in der Zwischenzeit Fahrt aufgenommen, in wenigen Minuten werden wir die Passage durchqueren. Das Wetter meint es gut mit uns, die Fahrt durch die mikronesische Nacht kann beginnen.
Bis morgen in Ngulu ... bleiben Sie dran ... gleicher Blog ... gleiche Frequenz ... gleiche Zeit ..
Hape und M

Dienstag, Oktober 03, 2017

PNG (5) Palau - ad libitum

Weiter im Text: Ja - das Gepäck ist auch mitgekommen. Dank den guten Geistern von KUONI sogar ohne Mehrkosten. Morgen werden wir an Bord der EXPLORER gehen. Heute ruhen wir uns aus, schwimmen im lauwarmem Meer (30 Grad) und trinken ab und zu was. Das Palau Pan Pacific ist immer noch eine Wucht ... das schönste Hotel in ganz Mikronesien! Das W-LAN ist ungewöhnlich schlecht. (Das Hotel ist in japanischem Besitz, viele Gäste kommen aus Korea (nein - nicht aus dem Norden).
Der Laptop
schaffts nicht ins Netz. Ich wundere mich, dass die asiatischen Gäste ob der desolaten Datenlage nicht meutern.
Hier an der Bar versuche ich jetzt, per Handy die interstellaren Netzwerke anzuzapfen ... sche.... ein tropischer Regenguss verhindert zZ weitere journalistische Höhenflüge ... ich fliehe und lasse die Satzzeichen zurück  .
Bis bald ..
M und HP

PNG (4): PALAU und der traurige Prinz


Ähnliches Foto


Wie so oft im 18. Jahrhundert, beginnt auch diese Geschichte mit einem Schiffsbruch. 1783 strandete Kapitän Henry Wilson mit der ANTELOPE, einem Schiff der East India Company, in Palau. Während die Crew das Schiff reparierte, knüpfte Wilson Kontakte zum lokalen Chief. Dieser war dermassen beeindruckt von der Arbeit der Seemänner, dass er Wilson bat, seinen Sohn Lee Boo mit auf die Reise nach England zu nehmen, und ihm alle seemännischen Fähigkeiten beizubringen. Er könne ihn dann auf der nächsten Fahrt nach Palau wieder zurückbringen.
Kapitän Wilson nahm den jungen Mann mit nach London und quartierte ihn bei sich zu Hause ein. Lee Boo wurde in die feine Gesellschaft Londons eingeführt, besuchte die besten Schulen und avancierte bald einmal zum "Prinz von Palau", zum Liebling der High Society.
Der Prinz sollte seine Heimat nie wieder sehen. Nach wenigen Monaten erkrankte er an Pocken und starb wenig später. Er wurde in London bestattet. Sein Grab ist heute noch auf dem Friedhof von St. Mary the Virgin in Rotherhithe zu sehen.
In Palau erinnert ein Gedenkstein an sein kurzes Leben.

 
 

Montag, Oktober 02, 2017

PNG (3): Palau und das Intermezzo

 
 
Zuerst noch dies: Aus Platzgründen wird aus "Papua-Neuguinea" ab sofort PNG. PNG ist das offizielle Kürzel des Landes. 
 
Gute 16 Stunden haben wir mehr oder weniger qualvoll in Flugzeugen verbracht. Bei der Zwischenlandung in Seoul dachten wir kurz an den irren Kim, der nur 50 km Luftlinie von hier an seinen Raketen bastelt. Müsste doch eine etwas unangenehme Atmosphäre sein hier, ist es jedoch nicht. Wir werden in 5 Stunden weiterfliegen, es wäre ja schon ein Zufall, wenn er gerade jetzt wieder  .... aber lassen wir das.
Montagmorgen, 01.45 Uhr. Wir sind auf dem Flugplatz von Koror in der Republik Palau gelandet, und nach einem kurzen Transfer im Hotel eingetroffen. Es ist immer noch das absolut schönste Hotels in ganz Mikronesien. Davon jedoch morgen mehr. Jetzt hoffe ich noch auf ein kaltes Bier und dann ab ins Bett.
 
 


Samstag, September 30, 2017

Autsch!

Kurz vor dem Abflug: Eine meiner Talgdrüsen ist wieder einmal ausgeflippt. Ab zum Arzt, betäuben, Messer wetzen, aufschneiden ... der Bembel explodiert ... Praxis versaut ... desinfizieren ... Antibiotika ... Schmerzmittel ... Flasche Rotwein ... und ab gehts ...

Papua-Neuguinea (2) Ouvertüre

Wir sind leidenschaftliche Reisende. Und kennen die zu erwartenden Leiden: Die Leiden der Fliegerei. Wer wissen möchte, was man dagegen tun kann, kauft sich mein neustes Buch: IMMER WIEDER FERNWEH - Logbuch eines Inselsammlers. (ISBN 978-3-7448-5647-8 Verlag BoD)
Es ist Samstag, der 30. September 2017. Korean Airlines soll uns von Zürich via Seoul nach Palau fliegen.
Ich hätte eine andere Gesellschaft gewählt. Nicht nur, weil Seoul unweit der Grenze zu Nordkorea liegt ... Aber wir sind, wie erwähnt, mit einer Gruppe unterwegs. Die Gruppenreise wird von KUONI organisiert, an den Plänen gibt's nichts zu rütteln.

Da ich während unserer Schiffsreise auch tauchen werde, habe ich bereits frühzeitig das Zusatzgepäck angemeldet. Ich weiss bis heute nicht, ob es wirklich klappen wird, oder ob ich bereits vor der Abreise die Kreditlimite meiner Kreditkarten anritzen muss. Wenn Sie mir wohl gesonnen sind, wünschen Sie mir Glück. Sonst lassen Sie's einfach sein.



Montag, September 25, 2017

Papua-Neuguinea (1) Prolog


Die Reise scheint wie geschaffen für uns: Mikronesien, Papua-Neuguinea, die Salomonen Inseln, Australien. Eine ganze Menge Neuzugänge in meiner Inselsammlung! Aber es erwartet uns noch eine weitere Premiere: Eine Gruppenreise steht an. Und auch dies noch: Wir werden das erste Mal in unserm Leben auf Kreuzfahrt gehen. Nicht auf einem dieser Riesendampfer mit Hunderten oder gar Tausenden von Mitreisenden. Das Schiff ist mit einer Länge von hundert Metern und 60 Kabinen ein wahrer Winzling unter den Kreuzfahrtschiffen. Ob es wirklich so luxuriös sein wird, wie es der Preis vermuten lässt: Ich werde es Sie wissen lassen. Seien Sie dabei auf unserer Reise, folgen Sie diesem Blog. Es erwarten Sie Fotos, Geschichten und Erzählungen. Ein Logbuch voller Fernweh!
Nächsten Samstag (30.09.17) geht's los - bis dann!









Dienstag, September 19, 2017

Ich schreibe, also bin ich

ISBN 978-3-7448-5647-8 Verlag BoD


«Lieber Monsieur Descartes, verzeihen Sie mir bitte meinen lockeren Umgang mit der Sprache. Der von Ihnen geprägte Grundsatz heisst natürlich: ‘Ich denke, also bin ich’. Ich bezweifle sogar, dass meine Überschrift wirklich zur Geschichte passt. Ich schreibe zwar tatsächlich, denke jedoch nicht, dass ich dieser Tatsache mein Dasein verdanke.»
Vielleicht sollte mein derzeitiges Lebensmotto eher heissen: «Ich korrigiere, also bin ich.» Oder, da auch meine Frau mitarbeitet: «Wir korrigieren, also sind wir.»

Ein allerletztes Mal überprüfen wir die Texte meines neuen Buches: 296 Seiten, 390'620 Zeichen, 57'749 Wörter. Zum Vergleich: Diese Kolumne beinhaltet 2'845 Zeichen und 424 Wörter. Und dies in einer Sprache, zu welcher Mark Twain einst anmerkte: «Es gibt ganz gewiss keine andere Sprache, die so unordentlich und systemlos daherkommt und dermassen jedem Zugriff entschlüpft. Aufs Hilfloseste wird man in ihr hin und her geschwemmt, und wenn man glaubt, man habe endlich eine Regel zu fassen bekommen, blättert man um und liest: ‘Der Lernende merke sich die folgenden Ausnahmen’ …»
Aber nicht nur die Sprache, auch die Technik birgt üble Überraschungen: So hat sich mein Korrekturprogramm neulich geweigert, das Manuskript in deutscher Sprache zu überprüfen. Es hatte beschlossen, für einmal den armenischen Wortschatz zu verwenden und somit 57’749 Fehler angezeigt. Hatte nicht Erasmus von Rotterdam behauptet, der Umgang mit Büchern führe zum Wahnsinn?
Ein anderes Mal verabschiedete sich der Computer scheinbar endgültig aus seinem digitalen Leben. Die Bedienungsanleitung empfahl mir einen Neustart. Dazu sollte man eine Büroklammer in eine Öse an der Rückseite stecken. Doch entweder war die Öse zu klein oder die Klammer zu gross. Ich entschied mich für eine Nähnadel aus den Beständen meiner Frau. Und es funktionierte! Die Anweisungen allerdings verstand ich nicht: Ich nehme an, dass es koreanisch war. Erst ein neuerlicher chirurgischer Eingriff mit der Nadel half weiter.
Während der Korrekturarbeiten kam es prompt zu Albträumen. Auf Seite 76 fehlte ein Einzug, zwei Seiten weiter frassen Himbären rote Braunbeeren, und auf Seite 136 fand ich das mir völlig unbekannte Wort «zutergeltern». Etwas später in der Nacht waren alle Kommas aus dem Text verschwunden. An ihrer Stelle befanden sich jetzt lustige Kringel. «Schreiben ist geschäftiger Müssiggang», befand Goethe. Mag sein, aber Goethe schrieb noch von Hand.

 
Eines Tages fand meine Frau heraus, dass ich mit einem vorsintflutlichen Korrekturprogramm aus dem letzten Jahrhundert arbeitete, sie hingegen mit dem aktuellsten Duden. Da sie zudem feststellte, dass meine Korrekturen weitere Fehler erzeugten, die zu neuen Korrekturen und weiteren Fehlern führten, beschloss ich, nochmals Mark Twain zu Rate zu ziehen:

«Schreiben ist doch so leicht! Du musst nur die falschen Wörter weglassen!»
Danke Herr Twain.
 

Montag, September 18, 2017

Dein Name sei Otto (3)



ISBN 978-3-7448-5647-8 Verlag BoD
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Aus dem Logbuch eines Inselsammlers
U, Pohnpei

Missgunst in U

Als Bob vor vierzig Jahren die Insel Pohnpei betrat, verliebte er sich und beschloss zu bleiben. Im Laufe der Jahre erbaute er das prachtvolle Hotel, es wurde zum Treffpunkt von Touristen, Staatsmännern, Königen, es war das einzige wirkliche Hotel der ganzen Insel, des ganzen Staates. Vielen Menschen gab es Arbeit und ein bescheidenes Einkommen, man lebte glücklich und zufrieden.

Das Hotel liegt auf dem Boden der Gemeinde U, letztes Jahr musste der Baurechtsvertrag mit den Grundeigentümern, insgesamt sieben Familienclans, erneuert werden. Man verhandelte, doch die Vorstellungen der Vermieter waren derart unrealistisch, dass Bob aufgeben musste.
Vor zwölf Monaten wurde das Hotel geschlossen, das Inventar zum Kauf angeboten. Alle kamen sie, um sich für wenig bis gar kein Geld mit allerhand Nützlichem, Unnützem und Memorabilien einzudecken. Der Erlös sollte Bobs Enkelkindern zugutekommen.

Die Familien aus U fanden dies ungerecht. Nach ihrer Sicht der Dinge gehörte das Geld aus dem Verkauf nicht Bob, sondern ihnen. Sie nahmen sich einen besonders gerissenen Rechtsanwalt. Dieser bestach einen Richter, erwirkte umgehend eine vorsorgliche Verfügung und liess das wenige Geld beschlagnahmen.
Bob weinte bitterlich und verliess die Insel. Die U’s hingegen freuten sich und tanzten schon mal ein Tänzchen.

Es gibt jetzt kein Hotel mehr auf der Insel. Deshalb kommen auch keine Touristen, Staatsmänner und Könige mehr. Tatsächlich kommt absolut niemand mehr. Und natürlich gibt es auch keine Arbeit und kein bescheidenes Einkommen mehr für die Menschen in U.
Denn leider genügte das richterlich beschlagnahmte Geld nicht zur Bezahlung des Rechtsanwalts. Und deshalb gehört das ehemalige Hotel nun einem besonders gerissenen Rechtsanwalt.

Sonntag, September 17, 2017

Dein Name sei Otto (2)

Aus dem Logbuch eines Inselsammlers
U, Pohnpei

Wie Chief Otto zu seinem Namen kam

Bevor ich die Familienchronik weitererzähle, möchten Sie vielleicht noch wissen, wieso ein Insulaner eigentlich den Familiennamen Otto trägt. Sicher werden Sie es ahnen: Es sind die letzten Erinnerungen an die deutschen Südseekolonien.
Nachdem Deutschland 1899 diese Kolonien günstig von den Spaniern erwerben konnte, tat man zuerst das, was man am besten konnte: Man reorganisierte die Inseln ruckzuck-zackzack. Und da die Einheimischen bis dahin keinerlei Nachnamen hatten, wurde ihnen als Erstes ein christlich-germanischer Familienname verpasst. Auch wenn es keine schriftlichen Unterlagen über das System der Namensgebung gibt, kann ich mir die ganze Chose folgendermassen vorstellen.
 
Eines schönen Morgens, noch waren die Palmen von sanftem Tau überzogen,blies der kaiserliche Trompeter zum Antrittsverlesen. Es wurde der Grösse nach in Einerreihe eingestanden. An einem kleinen zusammenlegbaren Tischchen sass der Amtsschreiber und tat seine Pflicht. Zu seiner Linken stand ein Edler Wilder und wedelte anmutig mit einem Palmblatt. Zu seiner Rechten hielt Schütze Schmitz den Vorderlader im Anschlag.
Da man den Einheimischen keine allzu komplizierten Namen zutraute, einigte man sich auf eine Auswahl einfacher, möglichst einsilbiger und einprägsamer Namen. Zur Auswahl standen beispielsweise Otto, Fritz und Franz. Je nach Körpergrosse und Aussehen wurden diese Namen ehrlich und redlich unter den Anwesenden verteilt.
Und so kam es, dass unser Chief vom kaiserlichen Amtsschreiber zum Otto geschlagen wurde.

Es ist schon spät, als wir uns von Chief Otto verabschieden und ins Hotel zurückkehren. Es wird das letzte Mal sein, dass wir hier übernachten …

Samstag, September 16, 2017

Dein Name sei Otto (1)



ISBN 978-3-7448-5647-8 Verlag BoD
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Aus dem Logbuch eines Inselsammlers
U, Pohnpei

Dieser Teil der Reportage über die Inselwelt Mikronesiens führt die Leser auf die Insel Pohnpei. Dort lernen wir Häuptling Otto und eine Gemeinde mit nur einem Buchstaben kennen.
Wir sind zu Gast bei Otto. Dieser ist Häuptling der einbuchstabigen Gemeinde ‘U’, Inhaber eines Wasserfalls und Besitzer mehrerer alter japanischer Panzer. Bevor ich seine Geschichte weitererzähle, gestatte ich mir einen Griff in die Abteilung «Unnützes Wissen»:
«Einbuchstabige Ortsnamen sind sehr selten. In Dänemark, Norwegen und Schweden findet man Gemeinden mit dem Namen ‘Å’, in Frankreich könnten wir auch in ‘Y’ leben, in Dänemark auch noch in ‘Ø’.» Und heute nun befinden wir uns also in ‘U’ und bei Otto.
Pohnpei ist eine sogenannte High Island, eine hohe Insel. Im Gegensatz zu den Flat Islands, den flachen Inseln, verfügt sie über einen Berg von mindestens neunzig Metern Höhe. Wenngleich solche «Gebirge» wohl nur gerade Holländer und Dänen in Begeisterungsstürme ausbrechen lassen: In Zeiten der Klimaerwärmung und steigender Meeresspiegel ist es von unschätzbarem Wert, auf einer hohen Insel zu sitzen. Und nicht auf einer Sandbank, die gelegentlich im Meer verschwinden wird.
Pohnpei ist quasi ein Hügel im Wasser, von undurchdringlichen Mangrovenwäldern umgeben, mit Palmen bewachsen und mit einem Berg von eigenartiger Gestalt. So haben sich die Amerikaner einst erdreistet, das Symbol von Pohnpei Chickenshit-Mountain zu nennen. Ich denke nicht, dass ich diesen Ausdruck übersetzen muss.

Farbige Panzer und ein Wasserfall

Auf unserm Haufen im Wasser plätschert auch ein Wasserfall. Und Inhaber dieses Wasserfalls ist, wie bereits erwähnt, Chief Otto.
Auf pazifischen Inseln gehört jeder Stein und jeder Stock einer Familie. Es gibt praktisch kein Land, das einer Gemeinde oder einem Staat gehört. So kann es durchaus sein, dass der Inselflughafen im Besitz von 35 Familien ist. Muss nun über eine Pistenverlängerung, über eine neue Anflugregelung oder ein neues Lärmschutzgesetz abgestimmt werden, ist dies immer sehr lustig. Die Auseinandersetzungen können locker auch mehrere Generationen beschäftigen! Landbesitz und Zeit – sehr viel Zeit – sind die einzig wahren Besitztümer dieser Menschen.
Zurück zum Wasserfall: Da sämtliche Touristen, es werden hier wohl um die 5’000 pro Jahr eingeflogen, den schönsten und grössten Wasserfall des ganzen Pazifiks besuchen wollen, kommt ein schöner Batzen zusammen. Denn – wer den Wasserfall bestaunen möchte, bezahlt zwei US-Dollar, Kinder die Hälfte, Einheimische haben freien Zutritt.
Weitere Einnahmequellen sind drei alte japanische Panzer. Da sowohl die Japaner als auch die Amerikaner ihr altes Gerümpel nach Kriegsende einfach stehen und liegen liessen, mussten die militärischen Hinterlassenschaften irgendwie versilbert werden. Otto hat sie neu gestrichen und vor die Kirche stellen lassen. Einmal fotografieren kostet einen Dollar. Keine Antwort erhält man auf die Frage, weshalb der eine Panzer rosa und der andere hellblau bemalt wurde. Was aber weiter auch nicht stört. Denn immerhin sehen sie in diesen Farben eindeutig weniger bedrohlich aus.

Freitag, September 15, 2017

Missionare, Medis und Moneten - Aus dem Logbuch eines Inselsammlers 12


IMMER WIEDER FERNWEH Aus dem Logbuch eines Inselsammlers
Hanspeter Gsell / Verlag BoD / Hardcover 296 Seiten / ISBN 978-3-7448-5647-8
Auch als E-Book erhältlich.







Die Geisterflotte von Chuuk

Die Lagune von Chuuk ist für Wracktaucher ein absolutes Muss. Auf engem Raum findet man unzählige japanische Schiffe, U-Boote und Flugzeuge. Versenkt wurde die Armada von der US-Navy im Frühjahr 1943 im Rahmen der Operation Hailstone (Hagelkorn). Die Wracks liegen in Tiefen von bis zu fünfzig Metern, das Wasser ist warm, die Sicht hervorragend, Strömungen sind kaum vorhanden.
Einige der Schiffe wurden mit voller Ladung versenkt, man findet auch heute noch viele Artefakte. Darunter persönliche Ausrüstungsgegenstände der Soldaten, Gewehre, Minen, Torpedos, Geschütze, Panzer etc.
Ein Schiff, die Hoki Maru, beherbergte Genietruppen: Lastwagen, Generatoren und anderes Gerät. Einer der ersten, noch mit Dampf betriebenen Traktoren von John Deere, steht immer noch dort.
Die Fujikawa Maru ist voller Bauteile für die Mitsubishi G4M, einen japanischen Bomber, von den Alliierten auch «Betty Bomber» genannt. Die aus Japan kommenden Bauteile hätten in Chuuk zusammengebaut werden sollen. Im Wrack eines Öltankers, der Shinkoku Maru, findet man ein beinahe betriebsbereites Lazarett inklusive OP-Tisch, Medikamente und OP-Besteck. In einem gesunkenen U-Boot-Versorgungsschiff, der Heian Maru, finden wir Periskope und Torpedos. Haie kreuzen unsern Weg, der Schiffsrumpf ist von Hart- und Weichkorallen völlig überwachsen. Die Korallenbleiche hat es noch nicht bis Chuuk geschafft.
 
Wir aber machen uns wieder auf die Socken. Auf nach Pohnpei, der letzten Station unserer Reise durch die Inselwelt Mikronesiens.

Dienstag, September 12, 2017

Missionare, Medis und Moneten - Aus dem Logbuch eines Inselsammlers 11








IMMER WIEDER FERNWEH
Logbuch eines Inselsammlers
HANSPTER GSELL

ISBN 978-3-7448-5647-8
Verlag BoD, Norderstedt
Taschenbuch 296 Seiten

Erhältlich überall wo's gute Bücher gibt.
Richtpreise: CHF 24.50 / EURO 19.50




Weno, Chuuk

Vater Gutgenug und die Zehn Gebote


Vater Ward Gutgenug ist evangelischer Missionar der Kirche «Church of Gods holy Waves» in Chuuk. Seine Mission ist es, den Kindern der Südsee das Evangelium zu überbringen. Niemand hatte ihn gerufen. Ganz im Gegenteil. Wie aus gut unterrichteter Quelle zu erfahren war, handelt es sich bei Gutgenug um einen deutschen Staatsangehörigen aus Mecklenburg-Vorpommern. Er soll dort als Sonntagsschullehrer gearbeitet haben. Nachdem bekannt geworden war, dass er eine Affäre mit dem Sohn des Bürgermeisters hatte, musste er Deutschland bei Nacht und Nebel verlassen.
Im Stillen Ozean sind Missionare in Hülle und Fülle unterwegs. Es gibt Inseln, da ist jedes zweite Haus eine Kirche oder, wie mein Freund Kaderli sagen würde, eine Betstube.
Mormonen und Zeugen Jehovas kämpfen noch um die letzten Ungläubigen. Mit Traktätchen, gratis Kopfwehtabletten und einer unentgeltlichen Speisung werden die armen Seelen angelockt.
Bei diesen Verkaufsveranstaltungen – durchaus vergleichbar mit den in Europa beliebten Busfahrten mit integriertem Rheumadeckenverkauf – wird ihnen mächtig die Seele massiert, bis sie zur Feder greifen und den Antrag auf eine Mitgliedschaft unterzeichnen.
Eine solche Mitgliedschaft aber hat deutliche Konsequenzen: Von jetzt an gehen zehn Prozent des Einkommens an die Kirche. Nun sind zehn Prozent von hundert Dollar nur zehn Dollar. Wenn man jedoch nur hundert Dollar im Monat verdient, ist das Ganze eine gottlose Frechheit. Denn mit diesen Geldern finanzieren sich die Missionare ihren Aufenthalt auf den Inseln.

Sonntag, September 10, 2017

Missionare, Medis und Moneten . Aus dem Logbuch eines Inselsammlers 10

Immer wieder Fernweh - Aus dem Logbuch eines Inselsammlers

ISBN 978-3-7448-5647-8 Verlag BoD, Norderstedt
Taschenbuch 296 Seiten
Erhältlich überall wo's gute Bücher gibt.

Zum Beispiel bei:

http://shop.pfaff-sissach.ch

oder direkt beim Verlag:

www.bod.ch

Auf Wunsch mir persönlicher Widmung
erhältlich: hpgsell@bluewin.ch
 
 

Weno, Chuuk

 
Es ist nicht das erste Mal, dass wir Chuuk besuchen. Zusammen mit meiner Frau verbachte ich insgesamt über ein Jahr auf den Inseln. Freundschaften entstanden, aus Freundschaften wurden Beziehungen. Es war ein nächtlicher Telefonanruf unseres Freundes Captain Lance Higgs der uns dazu brachte, ein medizinisches Hilfsprojekt zu starten.
«Peter ist gestern gestorben!». Bei Peter handelte es sich um mein mikronesisches Patenkind. Kaum zwei Jahre wurde er, gestorben ist er an einer banalen Durchfallerkrankung. Die Eltern hatten zwar schnell reagiert und das Kind ins Krankenhaus auf der Hauptinsel gebracht. Die Ärzte aber konnten nicht mehr helfen, die Spitalapotheke war leer. Denn wieder einmal klaffte ein gewaltiges Loch in der Staatskasse.
Es waren nicht etwa hohe Staatsausgaben für Verteidigung, Bildung, Renten oder neue Strassen die das Loch verursacht hatten. Denn eine Armee hatte man nicht, Bildung wollte man nicht, Renten kennt man nicht und Strassen braucht man nicht. Nein, der Gouverneur der Insel hatte sich nach Hawaii zur Kur fliegen lassen. Mit dem Geld aus der Staatskasse kaufte er sich dort eine Villa und liess es sich gut gehen.
 

Tödliches Verhängnis

 
In Chuuk aber legten die Ärzte das todkranke Kind in die Arme der Mutter. Als das Boot die heimatliche Insel erreicht hatte, war es tot.
Mich aber überkam eine gewaltige Wut! Kamen wir nicht aus der reichen Schweiz? Wohnten wir nicht in unmittelbarer Nähe riesiger Pharmaunternehmen, die alles was man zum Leben und Überleben brauchte, produzierten?
«Selbstverständlich können wir diesen Menschen helfen», wurde uns beschieden. «Beschaffen Sie uns eine Einkaufsliste des Krankenhauses!».
Was wir auch taten und den Spitaldirektor, den Gesundheitsminister und den Gouverneur anschrieben. Unzählige Mails später waren wir tatsächlich im Besitz der Liste. Und die Pharmafirma bestätigte, dass alle Medikamente wie verlangt in englischer Beschriftung und natürlich gratis bereitstehen würden. Und selbstverständlich würden sie ab Auslieferung noch zwölf Monate haltbar sein. Wir müssten nur noch den Abholtermin festlegen. Wir fanden auch eine Spedition die den Transport von Basel bis Chuuk organisieren würde, ein grosser Container wurde vorsorglich reserviert. Eine Sammelaktion sollte die hohen Kosten zusammenbringen.
Als wir die vermeintlich frohe Kunde sowie die benötigten Papiere an das Zollamt von Chuuk sandten, passierte vorerst gar nichts. Nach einigen Wochen erhielten wir den Bescheid, dass man auf die Hilfssendung eine Einfuhrsteuer von zehn Prozent auf den regulären Preisen erheben würde. Ob wir nicht vielleicht einen Krankenwagen spenden könnten? Der wäre nämlich steuerbefreit.
Nun ist ein neuer Krankenwagen in Chuuk etwa so wichtig wie Kaninchen im Pfarrhaus in Rothenfluh.
In der Zwischenzeit hatte sich auch der mikronesische Gesundheitsminister gemeldet und wies uns darauf hin, dass alle Medikamente bei der Einfuhr noch mindestens zwölf Monate haltbar sein müssten.
Da ein Transport von Basel bis Chuuk mindestens drei Monate dauern würde, stoppten wir das Projekt und zahlten die Spendengelder zurück.

Samstag, September 02, 2017


Immer wieder Fernweh
Aus dem Logbuch eines Inselsammlers
Hanspeter Gsell

ISBN 978-3-7448-5647-8
Verlag BoD, Norderstedt
Taschenbuch 296 Seiten

Ab sofort erhältlich.

Überall wo es gute Bücher gibt.
Auf Wunsch mir persönlicher Widmung
erhältlich: hpgsell@bluewin.ch


http://shop.pfaff-sissach.ch



 


1 Buch │ 50 Inseln │80 Geschichten 
120 Reisetipps │296 Seiten │

 

Geschichten aus Mikronesien, Erzählungen aus Indonesien. Blogeinträge und Reportagen aus Französisch-Polynesien und den unendlichen Weiten des Pazifiks. Tagebuchnotizen und Reiseprotokolle aus der Karibik und Ägypten. Ergänzt mit einem Ratgeber für Fernreisen, ist daraus das Logbuch eines Inselsammlers entstanden.

Die kurz gehaltenen Geschichten eignen sich perfekt gegen den kleinen Wissensdurst zwischendurch. Unterhaltend, humorvoll, mit bitter-heiterer Ironie, frech und frisch, gut gewürzt und abgehangen, lehrreich, eigenwillig in Stil und Ausdruck. Ein Muss für Reisende und solche, die es werden wollen.

Im Ratgeber erfahren Leser, weshalb ein Pass niemals in der ersten Hälfte eines Monats ausgestellt werden darf und warum es angebracht sein kann, mit Regenmantel, jedoch nie in Trainerhosen zu reisen. Endlich wird sich auch mein Freund Kaderli den Unterschied zwischen Direktflug, Durchzug und Nonstop-Flug merken, und zukünftig jeden Smalltalk mit Nonsens zu Jetlag, Zeitzonen und Luftlöchern bereichern können.

Und wir wissen endlich, was Stand-by bedeutet, weshalb Oberbärte und Dekolletés nicht harmonieren und ob dabei auch geraucht werden darf. Ausführlich widmet sich der Autor Thrombosen, Augenklappen und Gurkenscheiben, berichtet von Kofferkämpfen und schwarzen Löchern. Weder Schickimicki-Lounges noch Katzentische werden ausgelassen, sogar die Nackenstützen der Marke «Sam der Feuerwehrmann» werden ausführlich gewürdigt.

Sie wissen nicht, ob seekrank auch luftkrank bedeutet? Und Sie haben keine Ahnung, ob man sich bei Ohrenschmerzen wirklich Weingläser über die Ohren stülpen soll? Der Autor ist sich nicht zu schade, Saftschupsen-Beleidiger, Kotztütensammler sowie unrasierte und verschwitzte Trainerhosenträger bloss zu stellen. Ob Meilensammler, Wichtigtuer oder Gruppenreisender: Jeder erhält die Antwort, die er verdient.