Donnerstag, Mai 22, 2014

Risotto

Wir sind zu Besuch in einem kleinen Winzerdorf im Oltrepò Pavese, einem fruchtbaren Weinbaugebiet in der südlichen Lombardei. In grossen Fässern lagern sprudelnde Bonardas, fruchtige Barberas, duftige Moscati. Wilde Spargeln säumen einsame Wege; auf abgelegenen Höfen werden Käse hergestellt, die zu den besten der Welt gehören. Varzi, das Dorf hinter den sieben Hügeln, gibt einem grobkörnigen Salami seinen Namen. Und in der nahen Po-Ebene wächst einzigartiger Carnaroli-Reis.

Wir sitzen zusammen mit der Winzerfamilie im Schatten eines Kastanienbaumes und geniessen die letzten Sonnenstrahlen. Grossmutter hantiert in der Küche mit ihren Töpfen,
als ob es das nahe Kirchengeläut zu übertönen gelte; ein Topf voller Risotto soll die hungrigen Mäuler stopfen.
Die Sekretärin bringt einen Stapel Dokumente zur Durchsicht. Giovanni erstarrt. „Sind sie wahnsinnig, keine Mahnung! Der Cavaliere bezahlt doch keine Rechnungen! Es ist uns Ehre genug, dass er unsern Bonarda süffelt!“
Es ist allgemein bekannt, dass die Zahlungsmoral in Italien jeder Beschreibung spottet. Aber dass auch Ministerpräsidenten ihre Rechnungen nicht bezahlen, war für mich neu. Und ich verstand plötzlich unsere südlichen Nachbarn, dass sie jeden Morgen aufstanden mit nichts anderem im Sinn, als ihr italienisches Elend zu vergessen. Miguel Cervantes, Schöpfer des unvergesslichen Don Quixote und für einige Jahre in Rom zuhause, hat es wohl richtig erkannt: „Elend wird vergessen, gibts nur was zu essen.“

Und deshalb kehren wir zurück in die Küche. Grossmutter interessiert sich nicht für Politik und hat die Zwiebeln im Olivenöl angedünstet, den Reis dazu gegeben, und, sobald er glasig wurde, mit Rotwein abgelöscht. Anschliessend hat sie Hühnerbouillon dazugeben, weiter gerührt, noch mehr Bouillon beigegeben, weitergerührt. Und irgendwann war er al dente, noch leicht körnig, gut im Biss. Und alles Elend war vergessen.


Alle Angaben zu meinen Büchern finden Sie hier: www.gsellschreibt.blogspot.com









Donnerstag, Mai 15, 2014

Salz & Pfeffer

Eigentlich wollte ich heute die Grillsaison einläuten, eine Ode an die Wurst hätte es werden sollen. Angesichts der gleichnamigen österreichischen Kaiserin verzichte ich jedoch darauf. Anstatt mich mit musikalischen Belanglosigkeiten europäischer Gesangskunst zu befassen, wende ich mich den gastronomischen Niederungen zu.

Auf Grossmutters Tisch war früher, ausser dem Sonntagsbraten, gar nichts zu finden. Bei Tante Martha erschien in den 60er-Jahren eine versilberte Menage mit winzigen Salz- und Pfefferstreuern. Onkel Otto manifestierte daraufhin seine Auslandsreisen in Form von Worcestersauce, Tabasco und einer giftgrünen Brühe namens „Bull Sweat“. Zu einem Auftritt verschafften es auch Essig, Öl und Aromat..

Was aber gehört nun wirklich auf den gepflegten Tisch? Angesichts der aus Gesundheitsgründen (?) immer fader werdenden Gerichte gehört Salz auf jeden Tisch. Gutes Schweizer Salz: Von „Fleur de Sel“ und rosa Salz aus dem Hindukusch lässt sich niemand mehr beeindrucken.
Zur Pflicht gehört a uch eine Pfeffermühle, gefüllt mit schwarzem Pfeffer. Nur Dilettanten füllen gläserne Mühlen mit kunterbunten Mischungen farbiger Körner. Besonders der rosa Pfeffer – der botanisch gar keiner ist – beweist eindrücklich die Unwissenheit eines jeden Gastgebers. Rosa Pfeffer ist weder scharf noch besonders würzig und eignet sich nur zur Dekoration farbloser Gerichte. Elektromühlen mit silbernen Schutzkappen und integrierter Beleuchtung sind unnötig und weisen auf eine schwierige Jugend des Besitzers hin.
Natürlich gibt es auch Gastgeber, die gar nichts aufstellen. Für solche Fälle habe ich immer drei Döschen dabei. Zwei davon sind gefüllt mit Salz und Pfeffer. Mit deren Inhalt – die Döschen selbst stammen aus dem Krämerladen meines Enkels – wird jedes noch so fade Gerichte geniessbar. Sie wollen wissen, was sich im dritten Döschen befindet? Natürlich Aromat!


Alle Angaben zu meinen Büchern finden Sie hier: www.gsellschreibt.blogspot.com







Donnerstag, Mai 08, 2014

Steinerli

Steiner ist reich. Sehr reich. Sein Vater hatte als Müller ein Vermögen verdient. Er besass nämlich eine Getreidemühle und belieferte unzählige Bäckereien mit Mehl. In Zeiten grosser Not gab er bedürftigen Bäckern auch mal ein Darlehen für einen neuen Backofen. Konnte der arme Bäcker die Raten nicht mehr bezahlen, machte er kurzen Prozess und übernahm den Betrieb für weniger als nichts. Steiner junior mahlt schon lange kein Getreide mehr, sondern lebt ganz gut von den vielen Immobilien. Aber Steiner ist nicht nur reich, sondern auch geizig. Und das kam so:

Steiner junior war vielleicht 8 Jahre alt, als er seine Mamma zum Muttertag beschenken wollte. Er erschlug sein Sparschein, ging in die nobelste Blumenboutique der Stadt und kaufte das teuerste Bouquet.
„Für Sie, Frau Mutter!“ stammelte er und wollte ihr die Blumen überreichen. Er kam nicht dazu. „Steinerli“, sagte sie. „Steinerli, so wird nie etwas aus dir!“ Da ihn Frau Mutter nur äusserst selten „Steinerli“ nannte, befürchtete er das Schlimmste. Er hatte recht.
Frau Mutter – nie hätte er diese Frau „Mamma“ genannt – versetzte ihre Arme in Pendelbewegungen, gab ihm eine gewaltige Ohrfeige und drohte, ihm auch noch die Ohren stehen zu lassen.
„Nimm dir ein Vorbild an deinem Vater. Steiner senior kaufte den Strauss immer erst NACH dem Muttertag. Dann kosten Blumen nur noch die Hälfte! Und vergiss die Boutique, Blumen kauft man bei Aldi. Und überhaupt, der Muttertag ist eine Erfindung der internationalen Blumenhändlermafia, also vergiss gleich den ganzen Mist. Oder kauf dir wenigstens Plastikblumen, die kannst du mehrmals verwenden!“

Und so wird Steiner auch dieses Jahr wieder die letztjährigen Plastikgeranien aus der Garage holen und sie etwas abspülen. Und seine Frau wird wieder ein Tränchen vergiessen und denken: Aus dem Steinerli ist wirklich nichts geworden.


Alle Angaben zu meinen Büchern finden Sie hier: www.gsellschreibt.blogspot.com





Donnerstag, April 24, 2014

Schlaflos im Tirol

Steiner hatte sich seine Ferienwoche im Südtirol anders vorgestellt. Ganz anders.
Er hatte für die ganze Familie Zimmer in schönsten Wellnesshotel des ganzen Tales gebucht. Das Angebot an scheinbar gesunden Aktivitäten war schon beinahe obszön gross. Ein ganzer Irrgarten voller Schlammbäder, Salzgrotten, Saunen mit und ohne Steinbeschwörungen, duftende Chilloutbereiche, türkische Dampfbäder und fernöstliche Ritual, bedampft gepeelt, massiert, Ganzkörperpackungen mit Teezeremonien, Erlebnisduschen im Krätuerstadel, Feuerberg mit Schwitzstube, Jägersauna mit Reflexzonenpfad, Sprudelliegen mit Nackenschwall, Vollmondwellness.
Nur schlafen konnte er nicht mehr. Stundenlang drehte er sich im wohligen Himmelbett, weckte sein Frau, drehte sich wieder um, stand auf und unternahm einen längeren Spaziergang. Nada. Nichts. Kein Schlaf wollte sich einstellen.
Tagsüber unternahm er noch mehr, jagte seine müden Knochen durch all erdenklichen und angebotenen Folterapplikationen, bestieg einen Viertausender. Doch auch die zweite Nacht gabs keinen Schlaf. Am dritten Tag stellte er die Ernährung um, ernährte sich bereits am Mittag nur noch biovegan und gegen Abend nur noch frugan. Selbstredend verzichtete er auf Alkohol und hörte mit dem Rauchen auf.
Nada. Nichts.
In der Nacht rannte er einen Marathon, dachte kurz an die Magie des Synchronschwimmens und legte sich um 6 Uhr morgens erschöpft ins Bett. Um sich nach 30 Minuten wieder zu erheben.
Ob er auch noch auf seinen geliebten Morgenkaffee verzichten musste? Eben brachte ihm Sean, sein 11-jähriger Sohn die dritte Tasse herrlich duftenden Café Crème.
„Papi, warum muss ich an der Kaffeemaschine immer 11 mal die Taste „R“ drücken bis die Tasse voll ist?“
Hugentobler kapierte sofort, dass die Taste „R“ für Ristretto stand. 3 Tassen mal 11 Ristretto das waren dann 33 Ristretti. Jeden Morgen.



Alle Angaben zu meinen Büchern finden Sie hier: www.gsellschreibt.blogspot.com











Donnerstag, April 17, 2014

Die Osterdiät

Nicht nur Osterhasen stehen vor der Türe. Nein, auch unzählige Nachahmer aus Schokolade, Zuckerguss und Nougat bitten um Einlass. Trillionen von Kalorien warten nur darauf, meinen Speckgürtel zu infiltrieren. Da ich nicht im Traum daran denke, mich einzuschränken, habe ich nach Möglichkeiten gesucht, die zu erwartenden Kollateralschäden einzugrenzen. Während ich lustlos vor mich hin suchte, erinnerte ich mich an das Myrtios-Prinzip.

Kreta, letzten Herbst. Unwegsame Strassen mit Abgründen so tief wie der Marianengraben quälten mich und mein Auto. Tretminen gleich, vereitelten tiefe Schlünde ein menschenwürdiges Fortkommen. Krater, die mich an die Fangtrichter mordlustiger Ameisenlöwen erinnerten, versprachen Höllenqualen.
Es waren jedoch weniger die Klüfte die mich irritierten, sondern die Tausenden von ganz normalen Löchern. Ich fragte deshalb meinen Freund Aristoteles (nein, nicht den Philosophen, sondern den Wirt der Taverne von Myrtios) nach Rat. „Kein Problem. Du musst nur rasend schnell über die Löcher fahren, dann haben die Räder keine Zeit hineinzufallen.“
Obwohl in Sachen Physik eher bildungsfern aufgewachsen, wusste ich, dass Griechenland brillante Physiker hervorgebracht hatte und vertraute ihm. Und er hatte recht! Anstelle von zwanzig langen und unruhigen Minuten, brauchte ich nur fünf Minuten für die schnelle und sanfte Fahrt über die Buckelpiste zur Taverne! Ich hatte das Myrtios-Prinzip entdeckt!
Dieses Prinzip habe ich nun weiter verfeinert: Ich werde sämtliche österlichen Kalorienbomben auf einen Streich und in nur wenigen Minuten verschlingen. Somit wird mein Körper keine Zeit haben, sich mit den Kalorien zu beschäftigen! Ein Selbstversuch soll es beweisen: Ich habe ein kiloschweres Nougat-Ei, zwei Schoggihasen sowie eine Ziege gekauft.
Das Resultat meiner Osterdiät finden Sie nächsten Donnerstag an dieser Stelle.


Alle Angaben zu meinen Büchern finden Sie hier: www.gsellschreibt.blogspot.com















Donnerstag, April 10, 2014

Rache

Schon immer wollte Kari K., der berühmte Kunstkocher, die Vinitaly in Verona besuchen. Er missgönnt mir nämlich die jährlichen Besuche dieser Weinmesse schon lange von Herzen. Nachdem er kürzlich wieder seine Gäste mit lampigen Spargeln, schlechter Sauce und lauwarmem Wein beleidigt hatte, kombinierte ich das Unnütze mit dem Angenehmen.
Letzten Sonntag war es soweit: Noch glaubte er an ein erholsames Wochenende als wir nach Italien fuhren. Auch als wir die Messehallen betraten, ahnte er noch nichts. Er ahnte nicht, dass über viertausend Weinproduzenten schätzungsweise 40'000 Weine zur Degustation bereit halten. Doch bereits nach dem vierzigsten Glas beklagte sich Kari über irritierte Zahnhälse, angesäuerten Zahnschmelz und bröckelnde Kronen.
Die nächsten Weine überlebte er zwar, konnte sich jedoch ab Km 8.4 nur noch kriechend fortbewegen. Seine Haare standen wild zu Berg, die Nase glänzte unfröhlich und die abgeschmirgelte Zunge hing leblos zwischen den blauen Lippen. Ich liess mich von diesem Aussehen jedoch nicht beeindrucken, dachte an seine lampigen Spargeln und verdonnerte ihn zu weiteren 32 Grappas. Als sich Kari anschliessend über Magenbrennen, Leberkoliken und Wandernieren beklagte, nannte ich ihn eine Memme, packte ihn auf einen Gepäckwagen und schob ihn weiter. Beim Brunello di Montalcino DOCG 2008 Riserva von Andrea Cortonesi war dann Schluss. Kari fiel wie ein Mehlsack zu Boden und verabschiedete sich lautlos und ohne mit der Wimper zu zucken in die Bewusstlosigkeit. Ich packte ihn daraufhin in den Kofferraum, passierte die Grenze ohne Probleme und deponierte ihn zwecks Ausnüchterung in einem abgelegenen Waldstück im Oberbaselbiet.



Seine Spargeln waren heute übrigens wirklich etwas besser. Nur der Weisswein war immer noch lauwarm. Vielleicht sollte ich ihn heute Abend ins Stadtcasino zwingen. Am dortigen Wymärt kann er locker nochmals 1'000 Weine degustieren.





Alle Angaben zu meinen Büchern finden Sie hier: www.gsellschreibt.blogspot.com




Donnerstag, April 03, 2014

Erntedank

Basel ist wohl die einzige Stadt in der Schweiz in welcher der Frühling auch gleichzeitig Herbst ist. Es wird nämlich nicht nur angesät sondern gleichzeitig auch heftig geerntet. Das Erntedankfest heisst Baselworld.
Das Glitzern der edlen Steine, das Funkeln teurer Uhren und das gehäufte Auftreten einer internationalen Kundschaft mit scheinbar unerschöpflichen Spesenbudgets wirkte auch dieses Jahr höchst ansteckend und führt zu seltsamen Auswüchsen. Liebevolle Hoteliers vermieteten ihre Lingerie als Suite mitleidsvoll an indische Goldhändler. Sogar auf ihre eigenen Wohnungen verzichteten sie grosszügig und überliessen sie Goldgräbern aus Südafrika. Die leer stehenden Personalzimmer – für die eigenen Mitarbeiter doch etwas zu dürftig – wurden meistbietend armen, wohnsitzlosen Diamantenhändlern aus New York vermietet.

Aber auch Restaurants liessen es spriessen. Damit die armen Uhrmacher ihre Budgets voll ausschöpfen konnten, wurden die Preise liebevoll erhöht. Mein Lieblingswirt hat sein diesjähriges Erntedankfest um eine neue Variante erweitert. Da seine Preise bereits vor der Messe bedenklich hoch waren, hat er schlicht und einfach die Portionen verkleinert. Die „Insalata caprese“ (Fr. 19.50) schrumpfte er mittels gastronomischer Telekinese von ursprünglich je vier auf gerade noch je zwei (2!) hauchdünne Scheiben Mozzarella und Tomaten (immer noch Fr. 19.50). Da mein Freund Max seine Kontaktlinsen zu Hause vergessen hatte, konnte er das Salätchen nicht erkennen und stocherte mit seiner, zum Blindenstock umfunktionierten Gabel, lustlos vor sich hin. Ich erbarmte mich seiner und überliess ihm meine Lesebrille. Wortlos ergriff er die beiden Käsescheiben, klebte sie auf die Brille und griff zur Zeitung. Noch heute morgen behauptete er, er hätte die dicke BAZ durch den dünnen Käse lesen können, wenn ihn nicht der Oberkellner aufgefordert hätte, das Lokal unverzüglich zu verlassen.

Alle Angaben zu meinen Büchern finden Sie hier: www.gsellschreibt.blogspot.com




Donnerstag, März 20, 2014

Trinkwasser



Feine und besonders teure Restaurants beschäftigen vielfach einen Sommelier, einen Weinkellner. Dieser sollte den Gast bei der Auswahl der Weine beraten. Das Wort ist abgeleitet vom französischen Dialektwort „saumalier“, bedeutet nichts unanständiges sondern „Saumtierführer“. Er handelt sich somit um eine Person, die Esel, Maultiere und andere Gäste durch die Weinkarte führen sollte.
Meine Erfahrung mit solchen „Führern“ ist allerdings nicht besonders gut. In vielen Fällen sind sie nichts anderes als Restpostenverkäufer von zweifelhaftem Niveau. Ihr vielfach mangelndes Fachwissen kompensieren sie durch fantasievolle Uniformen, höfisches Benehmen und besserwisserisches Getue.
In Zeiten des rückläufigen Weinkonsums haben nun kreative Luxusgastronomen ein Sondersetting für ihre nutzlos werdenden Weinkellner erfunden und den Beruf des Wasser-Sommeliers geschaffen. Allerdings lässt der folgende Satz auf der Umschlagseite eines Wasser-Menus Schlimmstes befürchten:
„Unser Wasserkellner kann die verschiedensten Wasser identifizieren und sie an ihrem Geschmack erkennen.“ Wer solch einen Schrott schreibt, hat wahrlich zu viel Wasser getrunken. Werfen wir einen Blick auf ein solches „Menu“: GIZE goldgefiltertes Wasser aus Kanada,  10 THOUSAND BC aus kanadischem Gletschereis, CLOUD JUICE Regenwasser aus Tasmanien (exakt 9'750 Tropfen),  FIJI „Taste of Paradise“ aus der Südsee,  VOSS aus Norwegen (Design Calvin Klein), AQUA ARMANI aus Italien, BLING H2O mit Swarowski Steinchen. Diese Mineralwässer sind in exklusiven Restaurants zu Preisen ab 35.-- bis 120.-- Franken pro Liter zu haben. Das Teuerste stammt aus Japan, heisst ROKKO NO MIZU und kostet im Hotel Adlon in Berlin 156.— Franken!

Ich aber empfehle Basler Trinkwasser. Direkt ab Röhre kostet es 0.34 Rappen pro Liter – inkl. Abwassergebühren.

P.S. Am 22. März ist Weltwassertag.


Alle Angaben zu meinen Büchern finden Sie hier: www.gsellschreibt.blogspot.com








Donnerstag, März 13, 2014

Oliven


Nun, wenn Sie diese Zeilen lesen, sind sie wieder passé, die schönsten und aufregendsten drei Tage. (Natürlich ist die Basler Fasnacht auch vorbei, wenn Sie diese Zeilen nicht lesen.) Da ich weder kalte noch nasse Füsse und schon gar nicht beides zusammen mag, bin ich auch dieses Jahr wieder kurzfristig ausgewandert. Mir fehlt ganz einfach die benötigte Portion Masochismus. Ich bin also ein vollkommen unlustiger Mensch. Ganz im Gegensatz zu meiner Nachbarin, Frau Bollenmoser, die eben nach Hause gekommen ist. Das Piccolo hängt ihr wie ein lebloses Würstchen zwischen den spröden Lippen. Deshalb wende ich mich jetzt wieder den schönen Dingen des Lebens zu, dem Essen und Trinken, der Gastfreundschaft. Ich werde mich heute mit der Olive, genauer gesagt mit der gefüllten Olive beschäftigen. Als Kind habe ich mir vorgestellt, wie kleine Mexikaner unter riesigen Sombreros Löcher in die Oliven bohren und dazu “La Cucaracha” singen. Im Takt entfernten sie die Steine und füllten den frei gewordenen Platz mit Peperonis auf. Das Resultat: eine Olive die keine wirkliche Olive mehr war. Natürlich weiss auch ich heute, dass nicht kleine Mexikaner sondern grosse Maschinen diesen kulinarischen Sündenfall produzieren. Gottseidank verwenden nur nur noch die einfältigsten Köche diese Kümmerlinge zur Dekoration farbloser Gerichte. Nebenan hat Frau Bollenmoser zum fasnächtlichen Endstreich angesetzt. Ob sie wohl weiss, dass Beethoven einer der ersten war, der die Piccoloflöte in seinen Werken verwendete, um Naturlaute nachzuahmen? Das Piccolo wurde immer wieder für besondere Effekte genutzt. So setzte Mozart in der „Zauberflöte“ das Piccolo zur humoristischen Darstellung von Eunuchen ein. In vielen Werken wurde der stechende und schrille Fortissimo-Klang auch gerne zur Verstärkung von Schreckensszenen genutzt. Denken Sie daran, wenn Ihnen das nächstemal eine gefüllte Olive begegnet!



 

Donnerstag, März 06, 2014

Pflichtesser

Eigentlich wäre es Zeit für ein paar nachdenkliche Zeilen zum närrischen Treiben, zur Fasnacht und zum Morgestraich. Als Wahlbasler erwartet man von mir vielleicht erklärende Worte zu Räppli, Cortège, Waggis und alten Danten. Da ich jedoch erst seit wenigen 30 Jahren am fasnächtlichen Rheinknie lebe, ist es mir noch nicht gelungen, alle Geheimnisse zu lüften. Ein Kommentar wäre deshalb verwegen und würde nur erregte Leserbriefe zum Thema Integration provozieren. Auch zur Trommel habe ich bis heute keinen musikalischen Zugang gefunden. Piccolo trinke ich lieber als es zu blasen und die dissonanten Klänge angeheiterter Spontanblechmusiker mag ich aus sachlichen Gründen nicht kommentieren. Als mehr dem Wort zugewandten Menschen warte ich jedoch auch dieses Jahr gespannt auf die Schnitzelbänke. Allerdings werde ich mir diese Kunststücke nicht mehr als Pflichtesser anhören. Ich mag Schnitzelbänke, aber keine Pflichtschnitzel auf Pflichtbänken. Der karnevalistische Dichtestress verursacht bei mir körperliches Unbehagen. Nachdem ich vor einigen Jahren einen Hörsturz erlitt (Trompete), die Rahmsauce zum Verzehr ungeeignete Einlagen aufwies (Konfetti) und das angekündigte Schnitzel (Kalb) garantiert ein Schwein zur Mutter hatte, verzichte ich auf dieses zweifelhafte Vergnügen. Mit Schrecken erinnere ich mich an überteuerte Weissweine zweifelhafter Herkunft. (Freund Max behauptete letzthin, die seien derart schlecht gewesen, er hätte nicht einmal ein anständiges Grindweh davon bekommen!) Auch die Aussicht auf einen fasnächtlichen Table-Dance - speichelnde Posaunisten und grosse Pauken in dreckigen Schuhen - kann mich nicht von diesem Entschluss abbringen. Ich werde mir deshalb die Verse von Zuträgern, Helfershelfern und anderen Medien beschaffen lassen. Und ganz ohne Schnitzel, Pflicht und Dissonanzen die hohe Kunst der Sprüche geniessen.




Alle Angaben zu meinen Büchern finden Sie hier: www.gsellschreibt.blogspot.com




Donnerstag, Februar 27, 2014

Dekantiert

Ich sitze im Rössli und lese in einer, ansonsten durchaus seriösen Zeitung, ernst gemeinte Anweisungen, welche Weine denn wann und wie und überhaupt dekantiert werden sollen. Damit ist das Umfüllen einer Flasche Wein in eine Karaffe gemeint; der Wein soll dadurch von unerwünschtem Bodensatz befreit werden. Da heutige Tropfen nur noch in Ausnahmefällen über solche Rückstände verfügen, handelt es sich um eine weitgehend sinnlose Angelegenheit.Im önologischen Erguss ging es um geheimnisvolle, moosbewachsene Weinflaschen und um den Einfluss des Kerzenlichts auf den durch den Flaschenhals rinnenden Wein. Sofort fühlte ich mich in die geheimnisvolle Atmosphäre eines uralten Weinkellers versetzt. Ich sah die knorrigen, zittrigen Hände eines Buckligen vor mir. Und ich sah wie der Alte, etwas hilflos und nur noch auf einem Auge sehend, zwei Feuersteine zusammenschlug. Doch kein Funke sprang über und die einsame Kerze sah den Alten traurig an. Die Verzweiflung stand ihm in sein runzliges Gesicht geschrieben. Langsam und unendlich vorsichtig drehte er sich um. Würde er mit seinen gelebten Händen je wieder das göttliche Feuer entfachen können mit denen er die handgeschöpfte Kerze zum brennenden Leben erwecken könnte? Würde je wieder samtener Wein durch den, vom flackernden Lichte erhellten, zierlichen Flaschenhals fliessen? Wäre er zu einem Leben ohne Wein verdammt, in Dunkelheit und erst noch in alle Ewigkeit?
Als ich aus meinem Albtraum erwache, steht ein Kellner mit einer offensichtlich von mir bestellten Flasche Beaujolais in meinem Blickfeld. Er deutet auf eine Karaffe – diese erinnert mich allzu deutlich an meinen letzten Besuch beim Urologen – und schwadroniert französisch daher. Ich befürchte das Schlimmste – gar ein Ausschankritual napoleonischen Ausmasses! – und entreisse ihm die Flasche. Obwohl ich nie im Leben Beaujolais bestellt habe, lasse ich den Wein in den dargebotenen Kelch fliessen und trinke ihn sofort leer. Nichts ist schlimmer als Durst!



Alle Angaben zu meinen Büchern finden Sie hier: www.gsellschreibt.blogspot.com



























Donnerstag, Februar 20, 2014

Tisch 19



„Muba? Das ist doch immer das gleiche und überhaupt – früher, als es noch keine Masseneinwanderung gab, war alles viel besser!“ Dieser wunderbare Satz stammt, wie könnte es auch anders sein, von Freund Max. Max aber liebt Nagelschuhe, 20er-Stumpen und trägt Hut. Mit „früher“ meint er natürlich die Zeiten, als es noch kein Frauenstimmrecht gab, das Wort „Bundesrätin“ noch nicht existierte und das Tschumpeli Kalterer höchstens 80 Rappen kostete.

Max meint natürlich falsch. Besuchten früher über 300'000 Menschen die MUBA, waren es letztes Jahre gerade mal noch 160'000. Wo bleibt denn hier die Masseneinwanderung? Die Verantwortlichen haben den Volkswillen bereits früh erkannt und sich schon vor Jahren von den Massen verabschiedet. Weshalb sonst würde man die MUBA acht Wochen nach Weihnachten, drei Wochen vor der Fasnacht und mitten während den Olympischen Winterspielen eröffnen? Auch die Tatsache, dass ein steueroptimierter Bundesrat die Messe eröffnet hat, dürfte aus der ältesten Publikumsmesse der Schweiz noch keine Erlebnismesse machen.

Immer das gleiche? Warum auch nicht – solange es das Beste ist! Ich habe vergnüglich unzählige Würste degustiert, chinesisch, indisch und italienisch gegessen und dazu tolle Weine degustiert. Ich bin durch die Hallen flaniert, habe fasziniert den Marktschreiern zugehört und mich in eines der offiziellen Messerestaurants gesetzt. Dort traf ich auf Freund Max. Er lag unter Tisch 19 und war verdurstet. Wie man mir mitteilte, wurde die, für den Tisch 19 zuständige Mitarbeiterin (Gundula, 34, aus Dresden), seit dem Abstimmungswochenende nicht mehr gesehen. Pech für Max!

Ich aber habe mich mit einer wunderbaren Bratwurst auf die nächste Bank gesetzt. Das Brot dazu – ein übernächtigtes Schlumbi – war allerdings schlicht grauenhaft!
Fazit der Völlerei: Jeder kommt an der MUBA auf seine kulinarischen Kosten. Also: Runter vom Sofa und rein in die MUBA! Aber nicht vergessen: Brot mitnehmen!


Alle Angaben zu meinen Büchern finden Sie hier: www.gsellschreibt.blogspot.com










.




Donnerstag, Februar 13, 2014

Keine Schnapsidee



Der Nebel hatte sich wie ein gigantischer Wattebausch über das kleine Dorf am Bielersee gelegt. Nur vereinzelt kämpfte sich ein milchiges Lichtlein durch die dunkle Nacht. Wie sollte ich in dieser Milchsuppe je meinen Freund Jean finden?
Doch plötzlich schien es, als würde mir der Schein einer Funzel den Weg weisen. Als ich mich der diffusen Lichtquelle näherte, löste sich ein mächtiger Schatten aus der Dunkelheit. Ein Riese schien es zu sein, sein Körperumfang übertraf alles, was ich je gesehen hatte. Er trug eine dicke Lederschürze, seine Füsse steckten in Holzschuhen, seine Haare wuchsen wirr in den Nachthimmel. Als er mich bemerkte, wandte er sich ab und beugte sich weit über einen Bottich. Beinahe schien es, als wolle er sein elendiges Leben darin beenden. Als nur noch seine Schuhe herauslugten, nahm ich meinen ganzen Mut zusammen, zog ihn rückwärts heraus und rettete ihm das Leben. Und mir den Abend.
 Denn beim Riesen handelte es sich nicht um einen lebensmüden Rübezahl, sondern um meinen Freund Jean, der mich zum Treberwurstessen nach Twann eingeladen hatte. Im Bottich, der in Wahrheit ein Brennkessel war – und in dem aus ordinärem Weintrester edler Marc destilliert wurde – veredelte er glänzende Saucissons zu Treberwüsten.
Es war ein fantastischer Abend, ein bacchantisches Fest für fast alle Sinne!  Ein Muss für Liebhaber fetter Würste! Ich liess diese im übrigen ausgiebig in einem Chasselas schwimmen, der hausgemachte Kartoffelsalat half mir, die Haltung nicht zu verlieren. Auf die „edlen“ Schnäpse aber habe ich verzichtet. Sie waren von derart mieser Qualität, dass ich um meine Leber fürchtete.
Sollte jetzt jemand die Idee haben, sich in der nächsten Metzgerei eine Treberwurst zu kaufen, um sich die Reise an den Bielersee zu sparen, wird Pech haben: Denn nur in den Weinkellern entlang des Bielersees entstehen aus ordinären Saucissons echte Treberwürste. Zu geniessen noch bis Ende Februar. Mehr dazu unter www.bielerseewein.ch


Alle Angaben zu meinen Büchern finden Sie hier: www.gsellschreibt.blogspot.com








.




Donnerstag, Februar 06, 2014

Italianità



Als mir der Baron mitteilen liess, dass wir heute Abend in einem echt italienischen Ristorante essen würden, kam mir dieser Vorschlag spanisch vor. Wo sollten wir denn sonst essen, in Florenz? Etwa beim Chinesen? „Punkt 21.00 Uhr bei Gianni an der Piazza Santissima Annunziata“, stand auf der Einladung. Sie war auf gregorianischem Pergament gedruckt, roch diskret nach Edelrose und steckte in einem lindengrünen Couvert. Giannis Trattoria war wohltuend anders als die meisten florentinischen Ristoranti. Kein italienischer Touristenkitsch, keine verstaubten Plastikschinken, die von nikotingelben Decken hingen; keine Heiligenbildchen. Und vor allem kein Fernsehgerät, in dem zum tausendsten Mal der letzte Sieg der italienischen Nationalmannschaft über die Deutschen gezeigt wurde. Auch das Essen war anders. Ob es auch wohltuend anders sein würde? Zur Vorspeise gab es etruskische Haferflocken an einer Grütze aus halbwilden Spinatblüten. Das anschliessende Süppchen sollte angeblich eine Brühe aus Codericci und Bartiletti sein. Da mir niemand erklären konnte, um was es sich hierbei handeln könnte, verzichtete ich darauf. Weiter gab es Quarkrouladen sowie ein Fischlein von zweifelhaftem Aussehen. Eigentlich aber hatte ich Lust auf Teigwaren! Auf meine Frage hin implodierte die Stimmung und es wurde totenstill. Nach einiger Zeit räusperte sich der Baron ungewöhnlich laut, derweil Giannis Gesicht rot angelaufen war. „Mamma mia! Dies ist ein echt italienisches Ristorante! Pasta aber, dieses Teufelszeug, stammt aus China!“ Ich antwortete ihm, dass dies doch schon ein paar Hundert Jährchen her sei und man doch langsam mal ein Auge zudrücken könne. „Hier wird gar nichts zugedrückt, schon gar keine Augen“, meinte er und erschlug eine Fliege die sich auf seine italienische Nase setzten wollte. Italianità ist manchmal ganz schön anstrengend! Mamma mia!



Alle Angaben zu meinen Büchern finden Sie hier: www.gsellschreibt.blogspot.com







Dienstag, Januar 28, 2014

Auf nach Castelvecchio



Wir verliessen Florenz am frühen Nachmittag: Kalabrien, wir kommen! Aufgrund der angespannten finanziellen Situation – der Parkplatz hatte mehr gekostet als das Hotelzimmer – verzichteten wir auf die Benutzung der teuren Autobahnen. Unser Weg nach Castelvecchio führte uns über die kleinsten, noch auf der Strassenkarte eingezeichneten Wanderwege. Als wir wieder einmal wegen einer Büffelherde anhalten mussten, platze mir der Kragen.
„Banditen!“
„Wo?“ rief meine Frau erschrocken. „Das sind doch nur bemitleidenswerte Kreaturen und können nichts dafür, dass du mal anhalten musst!“
„Nein. Ich meine die Besitzer italienischer Parkplätze. Das sind doch Wegelagerer und Mafiosi! Da bezahlt man für die Nächtigung der Karre gleich viel oder noch mehr als für ein mittelmässiges Doppelzimmer! Als ob die Karre mehr wert wäre als wir!“
„Du sollst unser Auto nicht beleidigen“, rief meine Frau erschrocken. „Sie heisst nicht „Karre“, sondern „Pinot Bianco“ (Weissburgunder), ist ein Alfa Romeo und versteht sehr wohl deutsch!“
 Kaum hatte ich das Wort „Karre“ ausgesprochen, fing sie an zu stottern und stellte ihren Betrieb ein. Die Ruhe war herrlich. Aber nicht lange.
„Du hast sie beleidigt!“ stellte meine Frau fest. „Jetzt hast du den Salat!“
Natürlich wusste ich, wie ich den störrischen Esel wieder zur Raison bringen konnte. Auch ohne Salat. Ich stieg aus und umrundete ihn siebenmal.
„Scusasse, scusasse!“ rief ich mehrmals und streichelte ihn an den Hinterläufen. Diese sizilianische Entschuldigung bedeutet in etwa „Möge mir der Hochwohlgeborene verzeihen!“
Ich kraulte ihm noch ein wenig die Nüstern und strich ihm über die Augenlider. Pinot Bianco gab plötzlich ein wohliges Geräusch von sich und ich wusste, dass er mir verziehen hatte. Ich stieg ein, liess den Motor an und mit einem Lied auf den Lippen fuhren wir hinein in den schönen Tag. Nach Castelvecchio.


Alle Angaben zu meinen Büchern finden Sie hier: www.gsellschreibt.blogspot.com



Dienstag, Januar 14, 2014

Die Germanisierung des Wurstsalates


Ich liebe deutsche Küchen, Münchner Braustuben und Biergärten, Berliner Eckkneipen und Badische Weinstuben. In Deutschland. Eröffnet ein deutsches Unternehmen in der Schweiz ein schweizerisches Restaurant, so erwartet man, dass sich die Immigranten, auch wenn sie weder Burka noch Krummschwert tragen, zuerst mit unserer Sprache auseinandersetzen. Ansonsten werden sie sich von einer Peinlichkeit zur andern kochen und texten."Schweizer Wurstsalat". Was soll dieser Unsinn? Es gibt nur einen einzig wahren Wurstsalat in der Schweiz und der heisst Wurstsalat. Es gibt keinen Schweizer Wurstsalat. Wir kennen weder saudi-arabische, nordafrikanische noch anatolische Wurstsalate. Nur Wurstsalat! 
"Gerne zeigt ihnen der Restaurantdirektor unsern Mittagstisch!" Dieser einfach gestaltete Satz zeigt das ganze Übel der gastronomischen Germanisierung. Restaurantdirektoren gibt es in der Schweiz keine. Es gibt Bankdirektoren und Polizeidirektoren. Aber mit denen geht man nicht essen, und an einem Mittagstisch werden sie diese auch nicht zu sehen bekommen. Ein hochdeutscher Mittagstisch hat mit einem schweizerischen Mittagstisch nichts zu tun. 
Szene am schweizerischen Mittagstisch: "Hoi, nei, adie"
Deutscher Mittagstisch beim Herrn Restaurantdirektor:"Mögen sie Feldsalat mit Praline vom Schwein?" "Kosten Sie meine zarten Lendchen vom Rost!" flötet die Bedienungsmamsell. "Verkosten Sie meinen Kröver Nacktarsch“, säuselt der Herr Weinausschanksdirektor."Nein", säusle ich zurück und verlasse die Stätte teutonischer Gastfreundschaft durch den Direktionsausgang. Ich fliehe in meine Mansarde und koche mir eine Portion Spaghetti. Spaghetti, mein lieber Herr Freundschaftsdirektor, sind übrigens keine Nudeln, sondern eben Spaghetti. Sonst würden sie Nudeln heissen. Natürlich gibt es auch Nudeln in der Schweiz. Die aber heissen Nüdeli. Auch wenn es sich um Eiernudeln handelt, es sind immer Nüdeli. Immer. 


Alle Angaben zu meinen Büchern finden Sie hier: www.gsellschreibt.blogspot.com